Julius Gellinek

Bergmann. Widerstandskämpfer. Hingerichtet.

* 1901    † 1942

 

Lebenslauf

Julius Gellinek wurde am 22.1.1901 in Wien geboren. Er arbeitete als Bergmann in Piberstein (Steiermark).

Leiter der Ortsgruppe Piberstein

1940 war Julius Gellinek am Neuaufbau der KPÖ und der "Roten Hilfe" im Bezirk Voitsberg beteiligt. Er war Leiter der Ortsgruppe Piberstein.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 2. 7. 1941 wurde Julius Gellinek verhaftet, und am 29. 7. 1942 gemeinsam mit Johann Jandl, Albin Kaiser, Franz Krepek, Franz Pajk, Viktor Suppan, Johann Lorenz Tripolt und Johann Unger (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 7.10.1942 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Gellinek wurde im Frühjahr 1940 durch Arbeitskameraden, die eine Verbindung zur Kommunistischen Partei suchten, angeregt, sich illegal zu betätigen. Es gelang ihm, Anschluss an [Albin] Kaiser zu erhalten, und dieser beauftragte ihn, in Piberstein eine Organisation zu gründen. Obwohl der Angeklagte erst gegen Ende 1940 mit der Werbung begann, verstand er es in kurzer Zeit, zahlreiche Gesinnungsgenossen zu gewinnen, so dass er die Leitung der Ortsgruppe erhielt und im Mai 1941 mindestens 48 Mitglieder zu verzeichnen hatte, die in sechs Zellen zusammengefasst waren und sämtliche Beiträge entrichteten.“

Gedenksteine

Sein Name findet sich am 1949 enthüllten und vom KZ-Verband gestifteten Gedenkstein bei der Stadtpfarrkirche in Voitsberg; ebenso auf dem Gedenkstein in Maria Lankowitz, der 1989 am katholischen Friedhof eingeweiht wurde.

Gedenkort - Straflandesgericht Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

Ursprünglich Gruppe 37-45-21, im März 1966 exhumiert in die Gruppe 40.

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit. Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien, 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“ Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation. Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag. 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


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